Wie Westace.ch die Schweizer Kunstschätze digitalisiert und bewahrt

Die https://westace.ch/ ist ein zentraler Baustein für die digitale Erhaltung des kulturellen Erbes in der Schweiz. Hier werden nicht nur digitale Kopien historischer Kunstwerke und Dokumente erstellt, sondern auch innovative Lösungen für die Langzeitarchivierung entwickelt. Besonders beeindruckend ist die Zusammenarbeit mit Museen, Bibliotheken und Archiven, die oft mit technischen und finanziellen Herausforderungen kämpfen. Westace.ch setzt dabei auf Open-Source-Technologien und standardisierte Formate, um die Zugänglichkeit und Integrität der Daten zu gewährleisten.

Ein zentrales Projekt ist die Schweizerische Digitale Bibliothek, bei der Westace.ch die technische Infrastruktur bereitstellt. Über 150.000 digitale Objekte, darunter Gemälde von Caspar David Friedrich, Zeichnungen von Ferdinand Hodler und historische Dokumente aus der Eidgenossenschaft, sind bereits online verfügbar. Die Plattform ermöglicht nicht nur die virtuelle Besichtigung, sondern auch eine wissenschaftliche Analyse, etwa durch KI-gestützte Erkennung von Maltechniken. Besonders spannend ist dabei die Möglichkeit, historische Kontexte direkt in den digitalen Objekten nachzuvollziehen – etwa durch eingebettete Transkriptionen von Originaltexten.

Doch die Herausforderungen sind enorm. Viele Schweizer Kunstwerke stammen aus der Zeit vor dem Digitalzeitalter und sind anfällig für physischen Verfall. Westace.ch arbeitet daher mit Partnern wie dem Kunsthaus Zürich oder der Bundesbibliothek Bern zusammen, um hochauflösende Scans zu erstellen und diese in sichere, mehrstufige Speicher zu verteilen. Ein Beispiel ist das Projekt Swiss Heritage Online, bei dem über 30.000 Werke in Echtzeit aktualisiert werden – ein Prozess, der allein die Aufbereitung von 50.000 Seiten Papier pro Jahr erfordert. Die Plattform nutzt dabei nicht nur moderne Speichertechnologien, sondern auch KI-Tools zur automatischen Erkennung von Farbverlusten oder Beschädigungen, die manuelle Kontrolle ersetzen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit. Viele digitale Sammlungen sind zwar online, aber schwer zu finden oder nur für Fachleute zugänglich. Westace.ch hat hier mit dem Schweizerischen Kunstlexikon eine Suchfunktion entwickelt, die nicht nur nach Stichworten, sondern auch nach Stilrichtungen oder Epochen filtern kann. Besonders gelungen ist die Integration von 3D-Visualisierungen, etwa für beschädigte Werke wie den „Schweizerischen Nationalrat“ von Ferdinand Hodler, wo Betrachter:innen die Originale und digitale Rekonstruktionen direkt vergleichen können.

Doch die digitale Erhaltung ist nur der erste Schritt. Westace.ch setzt sich auch für die langfristige Bewahrung der Daten ein, indem es mit dem Schweizerischen Archiv für Digitale Kulturgüter zusammenarbeitet. Ein Beispiel ist das Projekt „Preservation Grid“, bei dem Daten in mehrere physisch getrennte Server verteilt werden, um Ausfälle durch Naturkatastrophen oder technische Pannen zu minimieren. Besonders kritisch ist dabei die Dokumentation der digitalen Prozesse – etwa die genaue Aufzeichnung aller Bearbeitungsschritte, um Rückschritte zu ermöglichen.

Die Arbeit von Westace.ch zeigt, wie digitale Technologien das kulturelle Erbe bewahren können – ohne es zu entmenschlichen. Während viele Museen noch mit veralteter Hardware kämpfen, setzt die Plattform auf moderne Standards wie das Open Archival Information System (OAIS), das eine standardisierte Dokumentation und Archivierung ermöglicht. Ein konkretes Beispiel ist die „Digitale Sammlung der Eidgenossenschaft“, bei der über 20.000 historische Urkunden in einem sicheren, verschlüsselten Format archiviert werden – ein Projekt, das bisher nur durch öffentliche Mittel möglich war.

Für die Zukunft plant Westace.ch, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern auszuweiten. Besonders spannend wäre die Integration von Blockchain-Technologien, um die Authentizität digitaler Kopien zu garantieren. Gleichzeitig setzt die Plattform auf die Bildung und Sensibilisierung, etwa durch Workshops für Museale und Studierende. Ein konkretes Beispiel ist das „Digitale Museumspädagogik“-Projekt, bei dem Schüler:innen lernen, wie man historische Werke digital aufbereitet – und gleichzeitig die Bedeutung des kulturellen Erbes für die Gesellschaft unterstreicht.

  • Über 150.000 digitale Kunstwerke und Dokumente sind bereits auf Westace.ch verfügbar.
  • Die Plattform arbeitet mit über 20 Schweizer Museen und Archiven zusammen.
  • Durch KI-gestützte Analyse wurden bisher 12.000 Maltechniken neu identifiziert.
  • Die Daten werden in einem mehrstufigen Speichersystem mit physischer Trennung archiviert.
  • Seit 2018 ist Westace.ch Teil des Schweizerischen Digitalen Erbe-Netzwerks.

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